Im Schwimmsport wird zwischen den vier Grundstilen Schmetterling (auch Delphinschwimmen genannt), Rücken, Brust und Kraul unterschieden. Werden alle vier Arten kombiniert geschwommen, so nennt man diesen Stil Lagenschwimmen.

 

Das Schmetterlingsschwimmen

Beim sogenannten Schmetterlingsschwimmen werden beide Arme gleichzeitig und parallel nach vorne geführt und an der Wasseroberfläche zurückgeleitet. Dabei bleibt der Kopf stets in Verlängerung mit der Wirbelsäule. Der Blick wird nach vorne gerichtet. Die Arme fliegen dabei völlig entspannt wie von selbst nach vorne. Der Hintern kommt aus dem Wasser.

Im Jahr 1934 fand David Armbrust, Trainer an der Universität von Iowa heraus, dass auch beide Arme gleichzeitig über das Wasser nach vorne geführt werden können. Dieses „schmettern“ erhöht die Schwimmgeschwindigkeit, kostete aber mehr Trainingsaufwand und Kondition. In Kombination mit dem typischen Beinschlag wurde der Schwimmstil Ende der 50er Jahre als eigene Schwimmart anerkannt. Noch bis heute ist das Delphinschwimmen eine der schwersten und anstrengendsten Schwimmarten und dazu nicht einfach zu erlernen. Das größte Problem liegt in der Atmung. Hier entsteht das Gefühl, aus dem Wasser heben zu müssen, um atmen zu können. Demzufolge streben viele darauf an, den Kopf aus dem Wasser und die Arme nach vorne zu bringen und achten nicht auf den eigentlich essentiellen Vortrieb.
Folgende Tipps sollten dabei helfen, deinen Delphinstil zu verbessern:

  1. Lasse den Kopf in der Verlängerung der Wirbelsäule liegen. Durch einen nach vorne gerichteten Abstoß kommt der Kopf ebenfalls nach vorne und gibt dir Gelegenheit zum Atmen.
  2. Benutze deinen Körper als „Anker“. Fange die wellenförmige Körperbewegung durch ein frühes Wasserfassen ab.
  3. Nutze die Kraft aus dem Rhythmus der Körperbewegung. Erhöhe die Kernbewegung (Armbewegung) und nicht den Beinschlag.
  4. Bleibe entspannt und gefühlvoll, verschwende keine Energie.

Das Rückenschwimmen

Beim Rückenschwimmen befindet sich der Schwimmer in Rückenlage und bewegt sich durch Wechselarm- und Beinschläge fort. Dabei kann während der Wende die Rückenlage kurzzeitig für die sogenannte „tiefe Wende“ verlassen werden. Ein Teil des Körpers muss während des gesamten Wettkampfes die Wasseroberfläche durchbrechen (nach der Tauchphase von 15 Metern).

Das Rückenschwimmen entstand ursprünglich aus der Kraulbewegung. Rückenschwimmen wurde erstmals 1912 zu den Olympischen Spielen in Stockholm geschwommen. Von da an hat es eine enorme Entwicklung vollzogen. Aus einer Gleichschlagbewegung der Arme wurde der Wechselarmzug. Die Unterwassertauchphasen wurden mit einer Delphinbewegung kombiniert und zusammen mit einer tiefen Wende perfektioniert.
Folgende Tipps sollten dabei helfen, deinen Rückenstil zu verbessern:

  1. Rolle deinen Körper während des Schwimmens von einer zur anderen Seite (Liege nie komplett auf dem Rücken).
  2. Leite deine Rollwende durch einen Kick aus der Hüfte ein, nicht durch einen Armzug.
  3. Achte auf deine Handstellung während den Schwimmzügen. Vermeide ein schräg stellen der Hand.
  4. Halte Knie- und Fußgelenk beim Beinschlag locker und drehe die Füße nach innen. So nutzt du die Schlagbewegung aus den Hüften am Besten aus.

Das Brustschwimmen

Beim Brustschwimmen bewegen sich die Schwimmerinnen und Schwimmer in sogenannten Zyklen fort. Dabei besteht ein Bewegungszyklus aus einem Armzug und einem Beinschlag in der selben vertikalen Ebene. Um Kraft und Energie zu sparen, werden vorwiegend Gleitzüge eingesetzt. Viele Schwimmer verbessern ihre Schwimmzüge durch das Führen der Hände über dem Wasser. Seit einigen Jahren sind auch immer mehr „tiefe Wenden“ beim Brustschwimmen zu beobachten.

Das Brustschwimmen ist die älteste Schwimmart überhaupt. Einige Abbildungen aus der Antike lassen vermuten, dass schon zu dieser Zeit Bewegungen, ähnlich der heutigen Schwimmtechnik, zur Fortbewegung benutzt wurden. Der Bewegungsablauf ähnelt dem Schwimmmuster von Fröschen.
Folgende Tipps sollten dabei helfen, deinen Bruststil zu verbessern:

  1. Spanne deine Rumpfmuskulatur an! Je flacher du im Wasser liegst, desto geringer ist der Wasserwiderstand und umso höher die Geschwindigkeit.
  2. Beinschlag und Armzug erfolgen im Wechsel. Sind die Arme gestreckt, ziehen die Beine zum Po. Sind die Beine gestreckt, gehen die Arme zum Körper.
  3. Senke den Kopf zum Ausatmen ab. Nur zum Luft holen, hebst du deinen Kopf bis zu den Schultern aus dem Wasser.
  4. Strecke deine Füße und Fersen.
  5. Während der Tauchphase ist ein Delphinbeinschlag erlaubt - nutze ihn und spare Kraft.

Das Kraulschwimmen

Beim Kraulschwimmen werden die Arme und Beine abwechselnd bewegt, wobei die Beine bis zu den Fußspitzen gestreckt sind. Das Kraulschwimmen ist die einfachste und schnellste Schwimmart.

Das Kraulschwimmen entstand aus dem im 19. Jahrhundert hervorgegangenen Seitenschwimmen. Durch das entwickeln der Hand-über-Hand-Technik von John Trudgen gelang es die unkoordinierten Bewegungen beim Seitenschwimmen abzuschaffen und langsam durch die heutige Art des Kraulens zu ersetzten. Vor allem von der Urbevölkerung der Ozeaninseln und Australien wurde das Kraulschwimmen entwickelt. Sogar heutzutage unterscheidet sich das moderne Kraulschwimmen in Europa und Amerika von dem Australischen. Während die Australier auf jeden Armzyklus zwei Beinschläge ausführen, wird der moderne Stiel mit vierer- oder sechser- Beinschlag auf jedem Armzyklus geschwommen.
Folgende Tipps sollten dabei helfen, deinen Kraulstil zu verbessern:

  1. Erhöhe Zuglänge und -frequenz um schneller zu werden.
  2. Verbessere zuerst deine Zuglänge, da dies weniger Energie verbraucht.
  3. Tauche möglichst lange und spare so Kraft.
  4. Vermeide ein Einknicken der Beine.

 

Tipps zum schnelleren Schwimmen!

 

  • Achte auf die Körperhaltung.
    Die richtige Körperhaltung während dem Schwimmen ist das A und O. Nur wer sich effizient fortbewegt verringert den Wasserwiderstand. Umso weniger Widerstand zu spüren ist, umso weniger Kraft muss aufgewendet werden.
  • Körperspannung
    Strecke dich während des Schwimmens! Sowohl Fingerspitzen als auch Zehen sollten unter Spannung stehen. Zusätzlich solltest du deinen Kopf zwischen Schultern und Armen verbergen und gleichzeitig beide Hände aufeinanderlegen. Das sorgt für mehr Stromlinienförmigkeit und hilft gleichzeitig gegen das folgende Problem.
  • Effektive Atmung
    Achte während dem Schwimmen auf deine Atmung. Die in der Lunge befindliche Luft liefert - dank ihrer geringen Dichte - Auftrieb. Dieser Auftrieb geht mit dem Ausatmen verloren. Die Folge ist, dass sich das Becken absenkt und dadurch die Stromlinienstruktur des Körpers zerstört wird.

 

Übungen für ein besseres Wassergefühl

 

  • Kopf als Balance-Zentrum
    Stelle dir vor, ein starker Eisenstab verbindet deinen Schädel, Rückgrat und Hüften miteinander. Wenn du deinen Kopf nur etwas über diese Linie hebst, werden sich deine Hüften absinken.

  • Das "T"
    Ziehe eine vertikale Linie von deinem Kinn zum Brustbein und eine horizontale Linie von einer Schulter zur anderen. Beide Linien werden sich in einem "T" scheiden. Stelle dir nun vor, jemand drückt gegen deine Schulterblätter und versuche, dass "T" aufrecht zu halten. Halte den Druck auch während Wenden und Atemzügen bei.

  • Kraulbeine in der Seitenlage
    Lege dich auf die Seite und beginne mit leichtem Kraulbeinschlag. Richte deinen Blick auf den Beckenboden. Strecke einen Arm nach vorne aus, den anderen legst du an die Seite. Achte dabei auf einen möglichst geringen Abstand zwischen Schulter und Kopf.

  • Partnerübung
    Steht euch gegenüber und lege deine Arme an die Seite. Dein Partner legt seine Handfläche an dein Kinn und seinen Unterarm an dein Brustbein. Lehne dich nach vorn und versuche einen gleichmäßigen Druck zwischen Kinn und Brustbein zu verteilen. Dein Partner wird dir sagen können, wie gut du es machst.